Nürnberg-Singapur-Lombok-Bali und zurück
Jetzt finde ich doch mal etwas Zeit, um ein wenig von meiner großen Reise im September 2007 zu berichten. Anlass dieses Trips war die Hochzeit von Dana und Chris auf der indonesischen Insel Bali. Schon sehr früh am Morgen ging es mit dem ICE Richtung Frankfurt Airport. Der Check-In verlief ohne weitere Probleme und das obwohl ich wieder mal mit zwei Taschen, anstelle von nur einem erlaubten Handgepäck unterwegs war. Die Maschine von Singapur Airlines war schon auf dem Rollfeld und wurde gerade beladen als wir am Gate angekommen waren. Nun lagen 12 Stunden Flugzeit vor uns. Für einen überzeugten Raucher wahrlich keine große Freude.

Endlich in Singapur angekommen, stürmte mein Kollege Andreas und ich umgehend zur nächsten Raucherkabine um den Nikotinspiegel wieder auf ein normales Maß anzuheben. Versuche der Sucht im Flugzeug mittels Nikotinkaugummis herzuwerden, endeten fast im Chaos, da mein lieber Freund Andreas wie immer der Meinung war “viel hilft viel” und sich gleich mehrere solcher Nikotinbomben verabreichte. Die Folgen daraus will ich hier nicht näher erörtern

Da wir bis zum Weiterflug nach Lombok noch über 7 Stunden Zeit hatten und der Aufenthalt in den Raucherkabinen auf Dauer zu langweilen anfing, nahmen wir das Angebot war, einer Busrundreise mit Stadtbesichtigung beizuwohnen. So ging es dann über die Stadtautobahn vorbei ein vielen Grünanlagen in Richtung Zentrum. Sehr auffällig hierbei war die Sauberkeit überall in der Stadt. Kein Wunder, bei Verstößen gegen die Gesetze drohen in Singapur empfindliche Strafen. Am Spätnachmittag ging es dann endlich weiter nach Lombok, einer Nachbarinsel von Bali.

Die Hotelanlage in der wir untergebracht waren, war überaus reizvoll. Am darauffolgenden Tag erkundeten wir die Insel per Motorrad und stellten entsetzt fest, dass wir scheinbar die einzigen Touristen weit und breit waren. Überall traumhaft schöne Strände aber keine Menschen. In der Tat sehr einsam für einen wie mich, der sich im quirligen Getümmel einer Metropole wie Bangkok erst so richtig heimelig fühlt.
Nun war es auch schon Zeit die Koffer zu packen. Per Fähre ging es nun nach Bali wo wir uns mit Deasy der netten Hochzeitsplanerin verabredet hatten. Nach sechs Stunden Überfahrt ging es dann per Minibus weiter nach Kuta. Witziger Weise war der Autositz von Andreas kein Autositz sondern eine alter ausgedienter Plastiksessel, der nach ca. fünf Minuten Fahrt zusammengebrochen war und Andreas hatte das Privileg nun auf dem Vordersitz neben dem Fahrer Platz zu nehmen.
Der Versuch, den Sicherheitsgurt anzulegen, scheiterte am fehlenden Gegenstück um den Gurt einzuklinken. Macht nix, sagte unser Fahrer und grinste. Machte aber doch was, denn als sich Andreas in einer scharfen Kurve an der Fahrertür abstützen wollte, ging diese plötzlich auf und Andreas konnte sich gerade noch am Türholm festklammern um nicht auf die Straße zu fallen. Auch dieses Problem konnte letztendlich gelöst werden um weiter ging es durch die Nacht.

So trafen wir also wohlbehalten in Kuta ein. Für den nächsten Tag hatten wir an der Rezeption unseres Hotels einen Tagesausflug mit Fahrer geplant. Trotz unseres Hinweises dass wir nicht an touristischen Sammelveranstaltungen interessiert wären, tuckerte unser Guide seinen Bus zur nächstbesten Barong Tanzveranstaltung. Zig Reisebuse waren bereits vor uns angekommen und ich wusste sofort was auf uns zu kommen sollte. Eingereiht in einer riesigen Schlange an Touristen aus aller Herren Länder schob man uns also in das überdachte Areal und wir harten der Dinge die so kommen sollten. Nach wenigen Minuten eröffnete ein seltsames Fabeltier die sehr authentische Show.
Andreas und ich packten eiligst unsere Taschen und flüchteten umgehend nach draußen wo unser Fahrer völlig ungläubig vor uns stand. Nun stand Tempel Sightseeing auf dem Plan und wir begaben uns gen Norden Richtung Ubud.
Bevor man uns allerdings Zutritt zur Tempelanlage gewährte, mussten wir uns erst mal ordentlich einkleiden und so verhüllten wir unsere Beine mittels eines Sarong in schickem Himmelblau, spendeten ein paar Münzen und zogen los. Unser Fahrer wartete wie gewöhnlich an einem schattigen Plätzchen auf uns und nutze die Zeit für ein kurzes Nickerchen. Leider war der Himmel an diesem Tage sehr bedeckt. So wirkten dann auch die steinernen Tempelanlagen leider etwas flach.
Als ich so durch die Anlage zog vernahm ich plötzlich das Geschrei und Gekicher von unzähligen Kinderstimmen hinter der Tempelmauer. Ein Blick darüber bestätigte meine Vermutung. Gleich unmittelbar am Tempel angrenzend befand sich eine Schule.

Ich packte Andreas am Arm und gemeinsam verließen wir den Tempel durch einen Seitenausgang so dass uns unser Fahrer nicht erblicken konnte. Schon nach der ersten Ecke standen wir den neugierigen Kids Auge in Auge gegenüber und ich fragte in fast akzentfreiem Indonesisch ob wir wohl ein Foto machen dürften. Die Antwort folgte auf dem Fuße und schon waren wir von einer ganzen Meute Kids umzingelt.
Wir folgten der Aufforderung sie in Ihre Schule zu begleiten und hatten mächtig Spaß mit den Kindern.


Nachdem uns noch die Ehre zuteil wurde uns ins Gästebuch der Schule einzutragen, versammelten wir anschließend die komplette Schulklasse samt Lehrer und Direktor im Schulhof für ein abschließendes Gruppenfoto und gingen danach gut gelaunt zur Tempelanlage zurück.

Meine Wenigkeit am Rande eines Reisfeldes nachdem mir versichert wurde, dass es dort normalerweise keine Giftschlangen gibt. Stimmte aber so wohl auch wieder nicht ganz wie mir später von anderen Einheimischen korrigierend berichtet wurde.

Der Sonnenuntergang auf unserer Rückfahrt von Bali nach Lombok.

Morgens halb Zehn in Lombok.
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